Fazit der WM 2010 - 18.07.2010

Metelen - Vier Wochen lang hielt die Weltmeisterschaft die Fußballfreunde in Deutschland in Atem - auch in Metelen. Die Mitglieder der Fanclubs Königsblau Metelen und Vechtefohlen Metelen haben sich dabei nicht nur auf´s Mitfiebern beschränkt. Sie organisierten das Public Viewing im Bürgerhaus. Ein mitunter anstrengender Job, wie Uwe Krude, Vorsitzender der Vechtefohlen, und Thomas Köning, Geschäftsführer von Königsblau, in einem Interview mit Tageblatt-Redakteurin Linda Braunschweig zugeben. Sie ziehen dennoch ein positives Fazit der „Fußball-Manie“.


Die WM ist vorbei und damit auch das Public Viewing. Ist das eine Erleichterung oder sorgt es eher für „Entzugserscheinungen“?

Thomas Köning: „Sowohl als auch. Zum Einen ist die Arbeit fast getan und damit der ganze Stress weg. Es ist in sehr kurzer Zeit sehr viel zu erledigen. Selbst am Spieltag muss während der Übertragung an viele wichtige Dinge gedacht werden. Zum Anderen vermisst man schon die tolle Stimmung, die Begeisterung, wenn die deutsche Nationalmannschaft erfolgreich spielt. Wir würden es aber nicht Entzugserscheinungen nennen, sondern Erholungsphase; schließlich geht bald die Bundesliga wieder los.“

Sieben Spiele haben die Fanclubs im Bürgerhaus präsentiert. Bei welcher Begegnung herrschte die beste Stimmung?

Uwe Krude: „Eigentlich waren es drei Spiele. Mit dem Sieg gegen Ghana wurde das Achtelfinale als Gruppensieger erreicht. Das war auch das Spiel mit der höchsten Besucherzahl. Dann die beiden Partien gegen England und Argentinien. Keiner der deutschen Fans war sich eines Sieges in diesen Begegnungen wirklich sicher. Aber sie wurden überzeugend mit 4:1 und 4:0 gewonnen; das brachte die Stimmung im Bürgerhaus zum Kochen.“

Welches Spiel haben Sie selbst am meisten genossen?

Köning: „Ganz klar: Deutschland gegen Argentinien. Die Arroganz, die Nationaltrainer Maradona an den Tag legte, war ja im Vorfeld kaum noch auszuhalten. Da hat das deutsche Team auf dem Platz die richtige Antwort gegeben. Welch eine Demütigung muss das für den einst so stolzen Maradona gewesen sein...“

Es gab für die Ehrenamtlichen jede Menge Arbeit. Haben Sie zwischenzeitlich mal gehofft, dass Deutschland nicht weiterkommt, weil dann auch das Public Viewing zu Ende gewesen wäre?

Krude: „Definitiv: nein! Jedes Spiel bedeutet Arbeit; jede Runde weiter bedeutet mehr Arbeit - das ist klar. Aber ein volles Bürgerhaus, gute Stimmung und eine deutsche Nationalmannschaft in prächtiger Spiellaune entschädigt für vieles. Beide Fanclubs haben neben dem Vorstand auch viele freiwillige Mitglieder, die mit anpacken; das macht die Sache einfacher.“

Können Sie schätzen, wie viele Stunden Sie und Ihr Team in die Veranstaltungen investiert haben?

Köning: „Das lässt sich sehr genau sagen. Im Schnitt waren immer zehn Helfer da, mit circa vier Stunden pro Spiel. Bei sieben Spielen macht das 210 Stunden. Dazu noch die Sonderab- und Aufbauten und die Zeit für Pressearbeit und Organisation vor und nach der WM. Da kommen bestimmt in der Summe 250 Stunden zusammen.“

Hat das Public Viewing von den Besucherzahlen und der Stimmung her Ihre Erwartungen als Veranstalter erfüllt?

Krude: „Ja das hat es. Wenn wir ein ganz kleines bischen meckern dürfen: bei zwei oder drei Terminen war es einfach zu heiß draußen. Die Leute sind lieber zu Hause im kühlen Wohnzimmer geblieben, was ja auch verständlich ist. Bei den anderen Spielen war die Hütte richtig voll. Unterm Strich können wir mit den Besucherzahlen sehr zufrieden sein.“

Hat es sich bewährt, nur die deutschen Spiele zu zeigen?

Köning: „Das haben wir bereits beim Public Viewing in 2006 gelernt. Die Spiele mit deutscher Beteiligung hatten den höchsten Zuschauerzuspruch. Da die WM 2006 aber im eigenen Land war, wollten wir den Fans mehr bieten und haben auch andere attraktive Spiele gezeigt. Bereits bei der EM 2008 haben wir das auf die Begegnungen der deutschen Nationalmannschaft reduziert - und damit genau richtig gelegen. Insofern mussten wir diese Diskussion in diesem Jahr gar nicht mehr führen.“

Es braucht eine Menge Idealismus, so viel Arbeit auf sich zu nehmen. Gibt es 2012 zur EM wieder ein Public Viewing?

Krude: „Wenn die Rahmenbedingungen passen: Ja. Da sind wir uns bereits jetzt einig. Die Anstoßzeiten sollten kein Problem sein, das Bürgerhaus muss frei, und die Übertragungsrechte müssen geregelt sein. Dann könnte es schon losgehen... Inzwischen haben wir ja Übung, was die Organisation einer solchen Veranstaltung angeht.“

Unabhängig vom Public Viewing, was ist Ihr Fazit zur WM und zur Leistung des deutschen Teams?

Köning: „Nun, von Land und Leuten in Südafrika haben wir nicht soviel mitbekommen; nur das, was man mal im TV in den Vorberichterstattungen gesehen hat. Der Fokus hat sich doch sehr auf die Übertragung der Partien mit deutscher Beteiligung beschränkt. Aber mit dem Abschneiden der deutschen Elf können wir doch sehr zufrieden sein. Es gab im Vorfeld viele Skeptiker, die Deutschland schon in der Vorrunde haben ausscheiden sehen. Die Jungs haben eine tolle Weltmeisterschaft gespielt, und nun sind wir Dritter.“

Von Linda Braunschweig - Ochtruper Tageblatt

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